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Hans Jonas zitiert

Hannah Arendt

- rororo monographie 1987

Die Erfindung des Buchdrucks ist, obwohl genial, nichts Außergewöhnliches, wenn man sie mit der Erfindung der Buchstaben vergleicht.

 

Aber die edelste und nützlichste aller Erfindungen war die der Sprache, die aus Namen oder Benennungen und ihrer Verknüpfung besteht. Mit ihr ver-zeichnen die Menschen ihre Gedanken, rufen sie zurück, wenn sie vergan-gen sind und teilen sie einander zum gegenseitigen Nutzen und zur Unter-haltung mit.

 

 

 

 

Allgemein wird die Sprache dazu gebraucht, unser sich im Geiste abspie-lendes Denken in wörtlich geäußertes [...] zu übertragen [...].

 

Diesem Gebrauch entsprechen auch vier Arten von Mißbrauch:

 

  1. wenn die Menschen wegen der schwankenden Bedeutung ihrer Wörter ihre Gedanken falsch aufzeichnen. Hierdurch zeichnen sie das als ihre Vorstellung auf, was sie sich niemals vorgestellt haben und täuschen sich so selbst.
  2. indem sie Wörter in übertragener Bedeutung gebrauchen, das heißt in einem anderen Sinn als dem für sie vorgesehenen, und dadurch andere täuschen.
  3. wenn sie durch Wörter etwas als ihren Willen erklären, was es nicht ist.
  4. wenn sie sie gebrauchen, um sich gegenseitig zu verletzen.

 

Thomas Hobbes

“Leviathan”, I.4.

“. . . aber glaubte nicht, wie sie mir gestand, daß wir heute im Besitz der Wahrheit sein könnten. Sie glaubte vielmehr an den ständigen und immer nur vorläufigen Versuch, diejenige Facette zu erblicken, die sich uns zufällig unter den heutigen Verhältnissen zeigt. Das bis zu Ende zu denken, darin liegt die Belohnung selbst, denn wir werden danach mehr verstehen als vorher. Wir werden mehr Licht, aber noch nicht die Wahrheit haben.”