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Das Wiener Kaffeehaus -

Marktplatz der besonderen Art

Café Dommayer

Wien, 13. Bezirk (Hietzing)

agorazein [Verb, griech.]:

 

"auf den Markt gehen und hören, was es Neues gibt" - also reden, kaufen, verkaufen und seine Freunde treffen; es bedeutet aber auch, ohne genaue Vorstellungen aus dem Haus zu gehen, sich in der Sonne herumzutreiben, bis es Zeit ist zum Mittagessen, oder so lange zu trödeln, bis man Teil eines menschlichen Magmas aus Gesten, Blicken und Geräuschen geworden ist.”

 

agorazonta [Partizip von agorazein, griech.]:

 

"die Fortbewegungsart dessen, der sich dem agorazein hingibt. Er schlen-dert, die Hände auf dem Rücken, ziellos dahin, wobei er fast nie eine ge-rade Strecke verfolgt.”

Ein Fremder, der aus geschäftlichen Gründen oder als Tourist in eine griechische Stadt kommt, egal ob Korinth oder Pozzuoli, kann diese Men-schenmenge nur staunend betrachten, die da auf den Straßen hin- und her-geht, alle paar Schritte stehenbleibt, laut redet und redet, weitergeht und wieder stehenbleibt. Vielleicht glaubt er dann, an einem besonderen Festtag hierher geraten zu sein, dabei hat er nur eine gewöhnliche Szene des „agorazein“ miterlebt.

 

Nun, dieser Gewohnheit des Umherwandelns in südlichen Gefilden verdankt die griechische Philosophie sehr viel.“

 

Luciano de Crescenzo

“Geschichte der griechischen Philosophie”

 

Denken - hat auch immer etwas mit Bewegung zu tun, sowohl in geistiger als auch in kör-perlicher Hinsicht. Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Sind wir beweglich genug oder bedeutet der neue Weg eine Beschränkung auf 140 oder 160 Zeichen?

Denken - hat auch immer etwas mit Sinn zu tun. Sollten wir uns nicht auf andere, herge-brachte Wege besinnen, müssen wir das Denken wieder neu lernen, indem wir auch zu-rückdenken, uns rückbesinnen auf uns selbst?

agora [Subst.]: Marktplatz in altgriechischen Städten